Der Due-Diligence-Ablauf bildet das organisatorische Rückgrat eines Unternehmensverkaufs.
Während der Prüfungsphase werden Unternehmensunterlagen bereitgestellt, Informationen systematisch ausgewertet und offene Fragen zwischen Verkäufer, Käufer und ihren Beratern schrittweise geklärt. Jede Phase baut auf der vorherigen auf und schafft die Grundlage für die nächsten Entscheidungen im Transaktionsprozess.
Vom virtuellen Datenraum über das Q&A-Verfahren bis zum Due Diligence Report folgt die Unternehmensprüfung einer klaren Struktur. Wer den Ablauf kennt, kann Unterlagen gezielt vorbereiten, Rückfragen effizient beantworten und den Prüfungsprozess aktiv unterstützen.
Dieser Beitrag zeigt, wie eine Due Diligence im Mittelstand typischerweise abläuft, welche Prozessphasen aufeinander folgen und worauf Unternehmer beim Verkauf eines Unternehmens besonders achten sollten.
Kurzüberblick: Der Ablauf einer Due Diligence
Die Due Diligence im M&A-Prozess: Wann beginnt die Unternehmensprüfung?
Der Due-Diligence-Ablauf beginnt nicht mit der ersten Analyse der Unternehmensunterlagen, sondern mit der Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer, die Unternehmensprüfung einzuleiten.
Typischerweise erfolgt dies nach der Unterzeichnung eines Letters of Intent (LOI), in dem die Transaktionsparteien ihr gemeinsames Interesse an der Fortführung der Verhandlungen sowie die wesentlichen Eckpunkte der geplanten Transaktion festhalten.
Mit der Freigabe des Datenraums beginnt die eigentliche Prüfungsphase. Käufer und die von ihnen beauftragten Berater erhalten Zugriff auf die vereinbarten Unternehmensunterlagen und prüfen, ob sich die bisherigen Annahmen anhand der bereitgestellten Informationen bestätigen lassen.
Gleichzeitig beantwortet die Verkäuferseite Rückfragen, stellt ergänzende Dokumente bereit und begleitet den Informationsaustausch während des gesamten Prüfungsprozesses.
In der Praxis greifen Dokumentenanalyse, Q&A-Verfahren und Managementgespräche dabei eng ineinander und führen häufig zu weiteren Dokumentenanfragen oder zusätzlichen Erläuterungen.
Die Due Diligence bildet damit die Verbindung zwischen den ersten Verhandlungen und der abschließenden Ausarbeitung des Unternehmenskaufvertrags.
Sobald die wesentlichen wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen bewertet sind, lassen sich Kaufpreis, Garantien, Freistellungen und weitere Vertragsregelungen auf einer belastbaren Informationsgrundlage verhandeln.
Buy Side und Vendor Due Diligence: Zwei unterschiedliche Perspektiven auf den Prüfungsprozess
Obwohl sich die einzelnen Prozessschritte einer Due Diligence grundsätzlich ähneln, unterscheiden sich Zielsetzung und Zeitpunkt der Unternehmensprüfung je nachdem, wer sie veranlasst.
Während die Buy-Side-Due-Diligence den Käufer bei seiner Investitionsentscheidung unterstützt, dient die Vendor-Due-Diligence der strukturierten Vorbereitung eines Unternehmensverkaufs.
Das Verständnis beider Perspektiven erleichtert es Unternehmern, den weiteren Due-Diligence-Ablauf und die Anforderungen der jeweiligen Prüfungsphase besser einzuordnen.
Buy Side Due Diligence
Die Buy-Side-Due-Diligence wird vom Kaufinteressenten nach der Einigung auf die wesentlichen Eckpunkte der Transaktion eingeleitet.
Ziel ist es, die bereitgestellten Unternehmensinformationen systematisch zu analysieren, wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Sachverhalte zu bewerten sowie mögliche Risiken für die geplante Transaktion zu identifizieren. Die im weiteren Verlauf dieses Beitrags beschriebenen Prozessschritte orientieren sich an diesem käuferseitigen Prüfungsablauf.
Vendor Due Diligence
Die Vendor Due Diligence beginnt bereits vor der Ansprache potenzieller Kaufinteressenten.
Verkäufer analysieren ihr Unternehmen aus der Perspektive eines späteren Käufers und bereiten Unterlagen sowie Informationen gezielt für den späteren Prüfungsprozess auf.
Dadurch lassen sich potenzielle Schwachstellen, unvollständige Dokumentationen oder komplexe Sachverhalte frühzeitig erkennen und nachvollziehbar aufbereiten. Gleichzeitig entsteht eine strukturierte Grundlage für den späteren Datenraum und den Informationsaustausch während der Buy-Side-Due-Diligence.
Dies kann Rückfragen reduzieren, den Prüfungsprozess effizienter gestalten und dazu beitragen, Verzögerungen im Unternehmensverkauf zu vermeiden.
Due Diligence Ablauf: Die sieben Phasen einer Unternehmensprüfung
Der Ablauf einer Buy-Side-Due-Diligence folgt einer klaren Grundstruktur.
Auch wenn sich einzelne Arbeitsschritte in der Praxis häufig überschneiden, bauen die verschiedenen Prüfungsphasen inhaltlich aufeinander auf. Erkenntnisse aus der Dokumentenanalyse führen zu Rückfragen, ergänzenden Dokumentenanfragen oder Managementgesprächen und fließen anschließend in die weitere Bewertung ein.
Der konkrete Prüfungsumfang hängt von der Größe des Unternehmens, der Branche sowie der Komplexität der Transaktion ab. Die folgenden sieben Phasen bilden den typischen Due-Diligence-Ablauf bei einem Unternehmensverkauf im Mittelstand.
Phase 1: Mandatierung des Beraterteams und Festlegung des Prüfungsumfangs
Nach der Unterzeichnung des Letter of Intent stellt die Käuferseite das Projektteam für die Due Diligence zusammen. Je nach Transaktion gehören dazu regelmäßig M&A-Berater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte.
Gemeinsam legen sie fest, welche Unternehmensbereiche geprüft werden, welche Unterlagen benötigt werden und mit welcher Prüfungstiefe die einzelnen Themen analysiert werden sollen.
Bereits in dieser Phase wird der Prüfungsumfang definiert. Er bildet die Grundlage für die spätere Struktur des Datenraums, die Dokumentenanfragen und den zeitlichen Ablauf der Unternehmensprüfung.
Für die Verkäuferseite ist dieser Schritt von besonderer Bedeutung. Je klarer die Anforderungen der Käuferseite zu Beginn abgegrenzt werden, desto gezielter lassen sich Unterlagen vorbereiten und der Datenraum strukturieren.
Das erleichtert den späteren Informationsaustausch, reduziert unnötige Rückfragen und trägt dazu bei, den Due-Diligence-Ablauf effizient zu gestalten.
Phase 2: Einrichtung des Datenraums und Bereitstellung der Unternehmensunterlagen
Nach der Festlegung des Prüfungsumfangs wird der virtuelle Due-Diligence-Datenraum eingerichtet und mit den für die Unternehmensprüfung erforderlichen Unterlagen befüllt.
Der Zugriff erfolgt ausschließlich für die an der Transaktion beteiligten Personen und wird über entsprechende Zugriffsberechtigungen gesteuert.
Die Struktur des Datenraums orientiert sich am vereinbarten Prüfungsumfang.
Je nach Transaktion umfasst er unter anderem Gesellschaftsunterlagen, Jahresabschlüsse, Verträge, Steuerunterlagen, Personalunterlagen sowie weitere Dokumente aus den jeweiligen Prüfungsbereichen.
Eine nachvollziehbare Gliederung erleichtert den Beratern der Käuferseite die Orientierung und schafft gleichzeitig Transparenz über den Stand der bereitgestellten Informationen.
Mit der Freigabe der Unterlagen beginnt die eigentliche Dokumentenanalyse.
Gleichzeitig übernimmt der Datenraum mehrere zentrale Funktionen im Due-Diligence-Ablauf: Er stellt die Unternehmensunterlagen strukturiert bereit, bildet die Grundlage für den Informationsaustausch zwischen Käufer und Verkäufer und dokumentiert ergänzende Dokumentenanfragen während des laufenden Prüfungsprozesses.
Dadurch entwickelt sich der Datenraum vom reinen Dokumentenspeicher zur zentralen Arbeitsplattform der gesamten Unternehmensprüfung.
Für die Verkäuferseite ist die Qualität des Datenraums von besonderer Bedeutung. Vollständig aufbereitete und logisch strukturierte Unterlagen erleichtern die Prüfung, reduzieren unnötige Rückfragen und unterstützen einen effizienten Ablauf der Due Diligence.
Umgekehrt führen unvollständige Dokumentationen oder eine unübersichtliche Struktur häufig zu zusätzlichem Abstimmungsaufwand und können den weiteren Transaktionsprozess verzögern.
Phase 3: Dokumentenanalyse und erste Bewertung
Nach der Bereitstellung der Unterlagen beginnt die eigentliche fachliche Prüfung.
Die Berater der Käuferseite analysieren die Dokumente entsprechend ihrem jeweiligen Fachgebiet und prüfen, ob die bereitgestellten Informationen ein schlüssiges Gesamtbild des Unternehmens ergeben.
Dabei werden nicht nur einzelne Dokumente bewertet. Entscheidend ist, ob sich finanzielle Kennzahlen, vertragliche Regelungen, steuerliche Sachverhalte und organisatorische Strukturen gegenseitig nachvollziehbar ergänzen oder Widersprüche erkennen lassen.
Ziel ist es, mögliche Risiken, offene Fragestellungen und wertrelevante Sachverhalte frühzeitig zu identifizieren und deren wirtschaftliche Bedeutung für die geplante Transaktion einzuordnen.
Die Dokumentenanalyse bildet zugleich die Grundlage für die weiteren Prozessschritte der Due Diligence. Festgestellte Unklarheiten führen häufig zu ergänzenden Dokumentenanfragen oder werden im anschließenden Q&A-Verfahren vertieft.
In der Praxis entwickelt sich die Unternehmensprüfung dadurch schrittweise weiter, da neue Erkenntnisse regelmäßig weitere Prüfungsansätze eröffnen.
Für die Verkäuferseite bietet diese Phase die Möglichkeit, Zusammenhänge nachvollziehbar zu erläutern und komplexe Sachverhalte frühzeitig einzuordnen.
Vollständige Antworten und konsistente Unterlagen erleichtern die weitere Prüfung und tragen dazu bei, den Informationsaustausch effizient fortzuführen.
Phase 4: Q&A-Verfahren – Rückfragen klären und Informationen ergänzen
Auf Grundlage der ersten Dokumentenanalyse entstehen regelmäßig Rückfragen zu einzelnen Unterlagen oder Sachverhalten.
Diese werden im Rahmen eines strukturierten Q&A-Verfahrens gesammelt und an die Verkäuferseite übermittelt. Ziel ist es, offene Punkte zu klären, Zusammenhänge nachvollziehbar zu erläutern und den Informationsstand für alle Beteiligten zu vereinheitlichen.
Die Fragen betreffen dabei nicht ausschließlich fehlende Dokumente. Häufig geht es um die Einordnung einzelner Geschäftsvorfälle, die Erläuterung ungewöhnlicher Entwicklungen oder die Konkretisierung bereits bereitgestellter Informationen.
In vielen Fällen lassen sich Rückfragen durch ergänzende Erläuterungen beantworten, ohne dass zusätzliche Unterlagen erforderlich sind.
Das Q&A-Verfahren verläuft in der Praxis selten in nur einer Runde. Neue Erkenntnisse aus den Antworten oder aus parallel laufenden Prüfungen führen häufig zu weiteren Rückfragen. Dadurch entwickelt sich die Due Diligence schrittweise weiter, bis die wesentlichen Sachverhalte nachvollziehbar bewertet werden können.
Gleichzeitig wächst der Informationsstand beider Transaktionsparteien kontinuierlich. Viele Fragestellungen lassen sich bereits im Verlauf des Q&A-Verfahrens abschließend klären, ohne dass eine weitergehende Prüfung erforderlich wird.
Für die Verkäuferseite ist in dieser Phase vor allem eine koordinierte Bearbeitung der Rückfragen entscheidend. Häufig stammen die erforderlichen Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen oder werden gemeinsam mit Steuerberatern, Rechtsanwälten und weiteren Beratern abgestimmt.
Konsistente, nachvollziehbare und zeitnahe Antworten erleichtern den weiteren Prüfungsverlauf und schaffen eine belastbare Grundlage für die nachfolgenden Prozessschritte.
Phase 5: Managementgespräche und Vor-Ort-Termine
Die Dokumentenanalyse und das Q&A-Verfahren liefern einen umfassenden Überblick über das Unternehmen. Dennoch lassen sich nicht alle Fragestellungen anhand von Unterlagen beantworten.
Managementgespräche geben der Käuferseite die Möglichkeit, die Erkenntnisse aus der Dokumentenanalyse mit den tatsächlichen betrieblichen Abläufen abzugleichen und offene Fragen gemeinsam mit den verantwortlichen Ansprechpartnern zu bewerten.
Im Mittelpunkt stehen dabei weniger einzelne Dokumente als deren wirtschaftlicher und organisatorischer Kontext. Erläutert werden beispielsweise Entscheidungsprozesse, Kunden- und Lieferantenbeziehungen, Investitionsvorhaben, die Organisation zentraler Unternehmensbereiche oder bestehende Inhaberabhängigkeiten.
Die Gespräche dienen nicht dazu, bereits geprüfte Unterlagen zu wiederholen, sondern die gewonnenen Erkenntnisse einzuordnen und ein vollständiges Gesamtbild des Unternehmens zu erhalten.
Gleichzeitig bieten sie beiden Transaktionsparteien die Möglichkeit, offene Fragestellungen unmittelbar zu besprechen und Missverständnisse frühzeitig auszuräumen.
Je nach Art der Transaktion können ergänzend Vor-Ort-Termine stattfinden. Sie ermöglichen es der Käuferseite, Produktionsstandorte, Betriebsabläufe oder technische Anlagen kennenzulernen und einzelne Sachverhalte aus der Dokumentenanalyse besser nachzuvollziehen.
Umfang und Zeitpunkt solcher Besuche werden zwischen den Transaktionsparteien abgestimmt. Dabei spielt die Wahrung der Vertraulichkeit häufig eine wichtige Rolle, um den laufenden Geschäftsbetrieb sowie die Beziehungen zu Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern nicht unnötig zu beeinträchtigen.
Für die Verkäuferseite bietet diese Phase die Gelegenheit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erläutern und Rückfragen unmittelbar zu beantworten.
Eine sorgfältige Vorbereitung der Gespräche sowie eine abgestimmte Kommunikation aller Beteiligten tragen dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden und den weiteren Due-Diligence-Ablauf effizient fortzuführen.
Phase 6: Erstellung des Due Diligence Reports
Nach Abschluss der wesentlichen Prüfungsarbeiten fassen die Berater der Käuferseite ihre Erkenntnisse im Due Diligence Report zusammen.
Der Bericht dokumentiert die Ergebnisse der einzelnen Prüfungsbereiche, ordnet festgestellte Sachverhalte nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung ein und bildet die Grundlage für die weitere Entscheidungsfindung.
Der Due Diligence Report fasst die einzelnen Feststellungen dabei nicht nur zusammen, sondern bewertet sie im Gesamtzusammenhang der geplanten M&A-Transaktion.
Die Erkenntnisse aus der Dokumentenanalyse, dem Q&A-Verfahren sowie den Managementgesprächen werden zusammengeführt und nach ihrer Relevanz eingeordnet.
Dadurch entsteht eine strukturierte Entscheidungsgrundlage, auf deren Basis die Käuferseite den weiteren Verlauf der M&A-Transaktion bewertet.
Nicht jede Feststellung führt dabei unmittelbar zu Konsequenzen für den weiteren Transaktionsverlauf. Während sich einzelne Fragestellungen bereits im Prüfungsprozess klären lassen, können andere im Rahmen der Vertragsgestaltung berücksichtigt oder durch ergänzende Vereinbarungen zwischen den Transaktionsparteien geregelt werden.
Weitere Sachverhalte machen gegebenenfalls zusätzliche Erläuterungen oder vertiefende Prüfungen erforderlich. Erst die Gesamtschau aller Erkenntnisse ermöglicht eine fundierte Bewertung des Unternehmens.
Für die Käuferseite bildet der Due-Diligence-Report die Grundlage für die abschließende Bewertung der M&A-Transaktion.
Für die Verkäuferseite schafft er Transparenz darüber, welche Themen im weiteren Verlauf der Vertragsverhandlungen voraussichtlich eine besondere Rolle spielen werden.
Phase 7: Überführung der Ergebnisse in die Vertragsverhandlungen
Mit dem Abschluss des Due-Diligence-Reports endet die eigentliche Unternehmensprüfung. Gleichzeitig beginnt die Phase, in der die gewonnenen Erkenntnisse in die weiteren Vertragsverhandlungen einfließen.
Käufer und Verkäufer bewerten die Ergebnisse der Due Diligence und prüfen, welche Auswirkungen sich daraus auf die Ausgestaltung der Transaktion ergeben.
Ziel dieser Phase ist es, die Erkenntnisse der Unternehmensprüfung in tragfähige vertragliche Regelungen zu überführen und die identifizierten Sachverhalte abschließend zwischen den Transaktionsparteien zu regeln.
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur der Kaufpreis, sondern auch Garantien, Freistellungen, aufschiebende Bedingungen sowie weitere Regelungen des Unternehmenskaufvertrags.
Welche Anpassungen erforderlich sind, hängt von den Ergebnissen der Due Diligence und der wirtschaftlichen Bedeutung der festgestellten Sachverhalte ab.
Nicht jede Erkenntnis führt dabei zu einer Anpassung des Unternehmenswertes oder einer Änderung der vereinbarten Transaktionsstruktur. Viele Fragestellungen werden bereits während der Due Diligence geklärt oder durch ergänzende Vereinbarungen zwischen den Vertragsparteien gelöst.
Andere Sachverhalte machen gegebenenfalls zusätzliche Erläuterungen oder vertiefende Prüfungen erforderlich. Ziel der abschließenden Vertragsverhandlungen ist es, die identifizierten Chancen und Risiken angemessen im Kaufvertrag abzubilden und für beide Seiten eine belastbare Grundlage für den Transaktionsabschluss zu schaffen.
Mit der Unterzeichnung des Unternehmenskaufvertrags endet die Due Diligence als eigenständige Prüfungsphase.
Je nach vereinbarter Transaktionsstruktur schließen sich anschließend die Unterzeichnung des Kaufvertrags (Signing) und der spätere wirtschaftliche Vollzug der Transaktion (Closing) an.
Damit schließt sich der Kreis des Due-Diligence-Ablaufs: Aus der anfänglichen Informationssammlung entsteht Schritt für Schritt eine belastbare Entscheidungsgrundlage, auf deren Basis Käufer und Verkäufer die Transaktion abschließend ausgestalten.
Typische Fehler während des Due-Diligence-Ablaufs
Auch ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen kann während der Due Diligence auf vermeidbare Schwierigkeiten stoßen.
In der Praxis entstehen Verzögerungen häufig nicht durch die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, sondern durch organisatorische Schwächen im Prüfungsprozess. Wer typische Fehler frühzeitig vermeidet, schafft bessere Voraussetzungen für einen strukturierten und effizienten Transaktionsverlauf.
Unvollständige oder verspätet bereitgestellte Unterlagen
Werden angeforderte Dokumente unvollständig oder erst mit erheblicher Verzögerung bereitgestellt, verlängert sich die Dokumentenanalyse häufig unnötig. Dadurch entstehen zusätzliche Rückfragen und weitere Abstimmungsschleifen, die den gesamten Due-Diligence-Ablauf verlangsamen können.
Unübersichtliche Struktur des Datenraums
Ein klar strukturierter Datenraum erleichtert allen Beteiligten die Orientierung und unterstützt einen effizienten Informationsaustausch.
Werden Dokumente mehrfach abgelegt, uneinheitlich benannt oder an unterschiedlichen Stellen gespeichert, erhöht sich der Abstimmungsaufwand während der gesamten Unternehmensprüfung.
Fehlende Koordination der Beteiligten
Während der Due Diligence arbeiten häufig verschiedene Unternehmensbereiche sowie externe Berater zusammen. Fehlt eine zentrale Koordination, können Rückfragen mehrfach bearbeitet, Informationen unvollständig weitergegeben oder Antworten unnötig verzögert werden.
Eine klare Abstimmung erleichtert den gesamten Prüfungsprozess und verbessert die Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Uneinheitliche Kommunikation
Komplexe Sachverhalte erfordern häufig die Mitwirkung mehrerer Ansprechpartner. Werden vergleichbare Fragestellungen unterschiedlich beantwortet oder Erläuterungen nicht aufeinander abgestimmt, entstehen vermeidbare Rückfragen.
Eine konsistente Kommunikation trägt dazu bei, Informationen nachvollziehbar zu vermitteln und den weiteren Due-Diligence-Ablauf effizient fortzuführen.
Unterschätzter Zeit- und Ressourcenaufwand
Die Due Diligence findet in der Regel parallel zum laufenden Tagesgeschäft statt. Die Bereitstellung von Unterlagen, die Beantwortung von Rückfragen sowie die Vorbereitung von Managementgesprächen binden erhebliche personelle Ressourcen.
Eine realistische Zeitplanung und eine frühzeitige Organisation der internen Zuständigkeiten helfen dabei, den Prüfungsprozess effizient zu steuern und den Geschäftsbetrieb gleichzeitig aufrechtzuerhalten.
Jetzt Due Diligence starten
Fazit: Ein strukturierter Due-Diligence-Ablauf schafft Transparenz und Planungssicherheit
Der Due-Diligence-Ablauf folgt einer klaren Grundstruktur, auch wenn sich einzelne Prüfungsphasen in der Praxis häufig überschneiden.
Von der Festlegung des Prüfungsumfangs über den Datenraum und das Q&A-Verfahren bis hin zum Due Diligence Report greifen alle Prozessschritte ineinander und schaffen Schritt für Schritt eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die weitere Transaktion.
Für Käufer dient die Due Diligence dazu, Chancen und Risiken eines Unternehmens fundiert zu bewerten. Für Verkäufer bietet ein gut vorbereiteter Prüfungsprozess die Möglichkeit, Informationen strukturiert bereitzustellen, Rückfragen effizient zu beantworten und den Informationsaustausch während der gesamten Unternehmensprüfung aktiv zu begleiten.
Gerade im Unternehmensverkauf oder im Rahmen einer Unternehmensnachfolge im Mittelstand entscheidet dabei häufig nicht die Anzahl der bereitgestellten Unterlagen, sondern deren Qualität, Struktur und Nachvollziehbarkeit.
Je sorgfältiger der Due-Diligence-Ablauf vorbereitet und koordiniert wird, desto effizienter lässt sich die Unternehmensprüfung durchführen und desto besser sind die Voraussetzungen für einen strukturierten und erfolgreichen Transaktionsverlauf.
Dieser Artikel basiert oder entstammt zur überwiegenden Mehrheit dem Buch „Unternehmenskauf und -verkauf, Nachfolgeregelung„ erschienen im Jahr 2010 (Verlag: Wissenschaft und Praxis) von Andreas Sattler, Dr. Hans-Joachim Broll und Stefan Nüsser.
Häufige Fragen zum Due-Diligence-Ablauf
Der Due-Diligence-Ablauf beginnt in der Regel nach der Unterzeichnung eines Letter of Intent (LOI). Ab diesem Zeitpunkt erhält die Käuferseite Zugang zu den vereinbarten Unternehmensunterlagen und startet die strukturierte Unternehmensprüfung.
Die Dauer hängt unter anderem von der Unternehmensgröße, der Branche und dem Umfang der Prüfung ab. Bei mittelständischen Unternehmen erstreckt sich die Due Diligence häufig über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen. Komplexe Transaktionen können entsprechend mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Zum Datenraum gehören je nach Transaktion unter anderem Gesellschaftsunterlagen, Jahresabschlüsse, Verträge, Steuerunterlagen, Informationen zur Personalstruktur sowie weitere Dokumente aus den jeweiligen Prüfungsbereichen.
Welche Unterlagen im Einzelfall erforderlich sind, richtet sich nach dem vereinbarten Prüfungsumfang.
Während der Dokumentenanalyse entstehen häufig zusätzliche Rückfragen oder neue Dokumentenanfragen. Deshalb wird der Datenraum während des gesamten Prüfungsprozesses regelmäßig ergänzt und aktualisiert.
Nach Abschluss der Unternehmensprüfung fließen die Ergebnisse des Due-Diligence-Reports in die weiteren Vertragsverhandlungen ein.
Je nach Ergebnis werden einzelne Sachverhalte durch ergänzende Vereinbarungen geregelt oder bei der Ausgestaltung des Unternehmenskaufvertrags berücksichtigt.
Eine frühzeitige Vorbereitung erleichtert den gesamten Prüfungsprozess.
Dazu gehören insbesondere die vollständige Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen, ein klar strukturierter Datenraum, eindeutige Zuständigkeiten sowie eine abgestimmte Kommunikation während der gesamten Due Diligence.